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Junge
Menschen schreiben an und über Albert Schweitzer
Hartmut Kegler
2008
Zur
Einführung
Im Verlaufe meines Wirkens
im Albert-Schweitzer-Freundeskreis zu Aschersleben hatte ich die
große Freude, in mehreren Bildungseinrichtungen mit
Schülerinnen und Schülern über Albert Schweitzer
zu sprechen. Diese Möglichkeit verdanke ich der
Aufgeschlossenheit, dem Entgegenkommen und der Mitwirkung der
jeweiligen Schulleiterinnen und Ethiklehrerinnen. Meine Vorträge
und Gesprächsrunden sollten nicht nur das Leben und Denken
jenes „Genies der Menschlichkeit“ übermitteln,
sondern ganz im Sinne Schweitzers auch zum eigenen Nachdenken
anregen. Die dabei angestellten Überlegungen durften dann
die Schüler schriftlich niederlegen. Dies geschah dem
unterschiedlichen Alter entsprechend in einer Weise, die zeigte,
„dass in einem Kinderherzen viel mehr vorgeht, als es ahnen
lässt“, wie es Schweitzer einmal ausgedrückt hat.
Für mich bedeutete diese Erkenntnis, dass junge Menschen –
entgegen manchen pessimistischen Einschätzungen –
durchaus für Ideale zu begeistern sind und nach Vorbildern
suchen. Aus ihren ehrlich geäußerten Ansichten geht
aber auch hervor, dass sie sowohl sich selbst als auch die
Gesellschaft mit kritischen Augen betrachten. Das zeigt, dass
nicht nur Erwachsene für Jugendliche, sondern auch
Jugendliche für erwachsene Vorbilder sein können.
Die nachstehend
wiedergegebenen Texte sind zum größten Teil Auszüge
von umfangreicheren Abhandlungen, welche die Schüler
verfassten.
Ich wünsche viel Freude
beim Lesen!
Aschersleben 2008
Freie Montessori-Grundschule
Aschersleben
Die Schüler der 3. und
4. Klassen wurden aufgefordert, an den in ihren Herzen
weiterlebenden „Urwaldarzt“ Briefe zu schreiben.
Lieber Doktor Schweitzer,
als ich, mein Bruder, mein
Papa und ein Bekannter einmal nach Hause kamen, habe ich erlebt,
dass ein kleiner Vogel vor der Treppe lag. Er konnte nicht mehr
fliegen. Wahrscheinlich war er gegen die Tür geflogen. Wir
hoben ihn auf, setzten ihn in unser Vogelhaus und gaben ihm
Wasser. Später flog er dann weg.
Eine andere Geschichte. Wir
schrieben gerade einen Deutsch-Text. Maria war meine Nachbarin.
Sie hatte einen Fehler gemacht. Ich zeigte ihr, wo er war.
Herzliche Grüße,
Ihre Lina Al Gori
Sehr geehrter Albert
Schweitzer!
Ich habe schon viel von
Ihnen gehört. Ich fand es sehr mutig von Ihnen, dass Sie
nach Afrika gegangen sind und dass Sie gegen die Atomversuche
gestreikt haben.
Na ja, jetzt erzähle
ich Ihnen meine Geschichte: Mein Papa und ich fahren Pfingsten
immer an die Müritz. Eines Tages wollte ich ein Abendbad
nehmen. Da sah ich einen Jungen mit einem Stock. Der wollte eine
Ringelnatter töten. Ich bin sofort hingerannt und schubste
den Jungen hin. Ich nahm die Ringelnatter und setzte sie in die
Müritz. Ich ging zu dem Jungen und sagte: „Wenn du das
noch einmal machst, liegst du wieder da unten.!“
Viele Grüße, Dein
Niklas Bormann
Lieber Herr Albert
Schweitzer!
Ich bewundere Ihren Mut zur
Auswanderung zu den armen Menschen in Afrika! Als Arzt immer für
Menschen und Tiere da zu sein, finde ich großartig. Dass
Sie aus dem Nichts des Urwaldes mit viel Mühe und Arbeit
über viele Jahre ein Krankendorf entstehen lassen, war eine
große Freude für die vielen Menschen der Region
Afrika.Ich selbst habe auch schon älteren Menschen geholfen.
Jüngeren Mitschülern bin ich in der Schule auch beim
Lernen behilflich. Über ein Treffen mit Ihnen würde ich
mich sehr freuen. Bleiben Sie schön gesund!
Ihre Maria-Therese Foerster
Sehr geehrter Herr Dr.
Schweitzer!
Sie haben viel erreicht! Ich
bin genau wie Sie gegen Tierversuche. Und gegen den Krieg.
Deswegen schreibe ich Ihnen und danke Ihnen! Ich habe Ehrfurcht
vor dem Leben!
Tschüs,
Tom Gräbe
Lieber Herr Albert
Schweitzer!
In unserer Schule ist ein
Kurs, der heißt „Friedenserziehung“. Dort
erfahren wir viel über Sie. Sie sind einer der ehrwürdigsten
Menschen der Welt! Es ist gut, dass Sie in Lambarene alle
Menschen heilen. Auch Ihr Mut ist großartig und Ihre
Willenskraft, an jedes Lebewesen zu denken. Ich bewundere Sie!
Mein Papa ist auch Arzt, der anderen hilft.
Tschüs und viele Grüße
nach Lambarene!
Ihr Moritz Klaus
Lieber Herr Doktor
Schweitzer,
Ich heiße Nicolas
Kretschmann und bin gegen Tierversuche, weil es nicht schön
ist, wenn Tiere gequält werden. Tiere wollen nämlch
auch leben wie wir Menschen. Ich finde auch nicht gut, wenn
kleine Tiere totgetreten werden.
An Sie, Herr Schweitzer,
habe ich eine Frage: Was bedeutet eigentlich Ehrfurcht vor dem
Leben?
Viele Grüße
Nicolas Kretschmann
Sehr geehrter Herr Dr.
Schweitzer,
Neulich bin ich einem Jungen
begegnet, der auf einen Bienenstock einschlug. Ich sagte: „Hey,
was machst du denn da?!“ Er antwortete: „Ich schlage
auf einen Bienenstock ein, weil sie mich stechen!“ „Die
haben mehr Angst vor dir, als du von ihnen“, sagte ich, „du
sollst mehr Ehrfurcht vor dem Leben anderer haben!“ Da ließ
er den Stock fallen und lief weg.
Deshalb schreibe ich Ihnen
heute, weil ich wie Sie Ehrfurcht vor dem Leben habe.
Mit vielen Grüßen,
Julian Knakowski
Lieber Herr Dr. Schweitzer!
Heute möchte ich Ihnen
einmal schreiben. Mit dem Krankenhaus in Lambarene konnten Sie
vielen Menschen helfen und ich hoffe sehr, dass dieses
Krankenhaus noch viele Jahre erhalten bleibt.
Mein Bruder muss auch oft
zum Arzt. Ich weiß deshalb, wie wichtig medizinische Hilfe
ist. Schön, dass Ihnen Ihre Frau Helene tatkräftig zur
Seite steht.
Ich wünsche Ihnen noch
viel Freude bei der Arbeit in Lambarene. Auch ich werde
versuchen, vielen Menschen zu helfen. Hoffentlich wird es mir
gelingen!
Es grüßt Sie ganz
herzlich Ihre Antonia Litzenberg
Lieber Albert Schweitzer!
Ich fand es gut, dass Sie
den kranken Menschen in Afrika geholfen haben. Es war auch gut,
dass Sie nicht nur Menschen, sondern auch verletzten Tieren
geholfen haben. Den Spruch „Ehrfurcht vor dem Leben“
finde ich sehr gut.
Ihre Laura Mönnich
Albert-Schweitzer-Ganztagsschule
Aschersleben
Meine Gedanken über
Albert Schweitzers Leben
Lina Schütze (5.
Klasse)
Das Leben Albert Schweitzers
war spannend, aufregend, aber auch traurig. Er war ein sehr
liebenswürdiger Mensch und sehr menschenlieb, denn er tat
viel für die Menschen. Er konnte auch viele handwerkliche
Arbeiten verrichten. Schweitzers Leben bestand aus Helfen.
Ehrfurcht vor dem
Leben
Stephanie Eisbein (9.
Klasse)
Ich möchte, dass aller
Krieg aufhört und die Menschen friedlich zusammenleben. Die
Menschheit frisst sich ja buchstäblich gegenseitig auf.
In zehn Jahren sind sicher
weit mehr Tiere ausgestorben als jetzt schon ausgestorben sind.
Warum schaffen wir keinen Lebensraum? Im Gegenteil: Wir zerstören
ihn! Wo bleibt die Ehrfurcht vor dem Leben?
Sabine Saalfeld (9. Klasse)
Ich habe mir ein paar Fragen
gestellt:
1-Wozu sind wir auf der
Welt?
2-Haben wir eine spezielle
Aufgabe im Leben?
3-Gibt es einen
vorgeschriebenen Plan im Leben?
4-Kann man sein Leben
wirklich immer ändern oder ist es manchmal nur Schein?
5-Gibt es im Leben die
Möglichkeit, das zu vollbringen, was einem unmöglich
erschien?
Gibt es jemanden, der mir
diese Fragen beantworten kann? Die einen sagen Gott, die anderen
ein gelehrter Mann.
Was sagst DU?
Sekundarschule „An der
Elbe“ Parey
10. Klassen
Albert Schweitzer
– Held der Menschlichkeit?
Jessica Bathe
Albert Schweitzer ist ein
Mensch, der das Leben respektierte. Er war Philosoph, Ehemann,
Vater, Retter von Menschen. Für mich ist er ein Held, der
anderen ein Vorbild gewesen war. Ich bewundere ihn, weil er
vielen Menschen den Sinn des Lebens wiedergab und die Menschen
aufrief, füreinander da zu sein. Viele Menschen haben den
Sinn des Lebens verloren und denken nur an sich. Viele kennen
auch Albert Schweitzer nicht. Darum müsste man in den Medien
mehr über ihn berichten.
Albert Schweitzer, der
Theologe, Urwaldarzt und einzigartige Mensch
Markus Fichtner
Mich beeindruckt am meisten,
wie er diesen Mut aufbringen konnte, einfach dorthin zugehen, um
die kranken Menschen zu behandeln. Ich bewundere auch sehr, wie
er dies alles aus eigener Kraft aufbauen konnte und es so lange
durchgezogen hat.
Albert Schweitzer –
ein „Genie der Menschlichkeit“
Philipp Preuschoff
Albert Schweitzer war ein
Genie der Menschlichkeit. Er war selbstlos und setzte sich für
die Gerechtigkeit ein. Am meisten beeindruckt mich, dass er sich
nicht nur für andere Menschen, sondern auch für Tiere
einsetzte und ihnen half. Er machte sich Gedanken über seine
Mitmenschen und ignorierte sie nicht einfach. Leider gibt es
heutzutage nur noch sehr wenige Menschen solchen Charakters, was
ich für sehr schade finde. Heute denkt jeder in erster Linie
nur an sich. Ich bin der Meinung, wenn man sich mal mehr Mühe
geben würde, einen jeden Menschen als Freund anzusehen, so
wäre unsere Gesellschaft viel herzlicher und fröhlicher.
Es liegt in unser aller Interesse, die Welt zu verändern.
Gedanken einer Schülerin
über Albert Schweitzer
Michaela Puppe
Ich würdige die Arbeit
von Albert Schweitzer. Er hatte für sich beschlossen, den
Menschen zu helfen, was in der Zeit von damals wohl mehr selten
gewesen ist.
Ich selbst jedoch könnte
nicht so handeln wie er, wahrscheinlich bin ich einfach zu
egoistisch. Für Albert Schweitzer ist es nicht so schwer
gewesen, anderen zu helfen. Es war wohl einfach seine Bestimmung.
Vielleicht sollte sich die Menschheit eine Scheibe davon
abschneiden!
Der Einsatz von Albert
Schweitzer
Madeleine Roloff
Ich kannte Albert Schweitzer
noch nicht, bevor wir diesen Vortrag über ihn gehört
hatten. Ich bewundere, dass er sich besonders für Menschen,
Tiere und Umwelt eingesetzt hat. Ich habe dadurch auch Respekt
vor ihm. Viele Menschen setzen sich heute auch für andere
Menschen (UNICEF), für Tiere (PETA) und für die Umwelt
(GREENPEACE) ein. Ich persönlich setze mich auch manchmal
für die Tierschutzorganisation PETA ein. Ich könnte mir
auch vorstellen, später in diesem Bereich zu arbeiten.
Albert Schweitzer, der
Tierfreund
Linda Sattelkau
Ich bewundere an Albert
Schweitzer seine Tierliebe, denn ich liebe Tiere ebenso. Ich bin
mit den verschiedensten Tieren aufgewachsen und habe auch schon
viele gesund gepflegt. Beispielsweise, als ich sechs Jahre alt
war, hatte eine Ente ihr Küken verstoßen und ich habe
mich um es gekümmert. Wir haben uns zuhause auch schon um
ein kleines Wildschwein gekümmert und um einen verletzten
Bussard. Durch diese Erlebnisse kann ich sehr gut beurteilen,
dass Albert Schweitzer ein wirklich mitfühlender Mensch war.
Das ist etwas Bewundernswertes.
Schweitzer als Vorbild
Christopher Sternberg
Vor kurzem hatte ich den
Namen Schweitzer zwar schon gehört, konnte mir aber nicht
vorstellen, was er geschafft oder getan hat. Wenn man sich aber
mit ihm befasst, merkt man, was für eine wichtige
Persönlichkeit Albert Schweitzer doch war. Er war ein
Mensch, der sich an seine Regeln gehalten und nicht, wie viele es
heutzutage tun, sich einen leichten Weg gesucht hat. Er war ein
Mann des Handelns. Schweitzer hatte erkannt, dass das Leben der
wertvollste Besitz ist, den wir haben und es die Aufgabe eines
jeden Menschen ist, sein eigenes und das Leben anderer zu
respektieren und auch zu schützen. In diesem Punkt kann man
und ich für mich sagen, dass er ein Vorbild sein kann und
auch in bestimmten Punkten sein sollte.
Europaschule Gymnasium
Stephaneum Aschersleben
12. Klassen
Vorbildfunktion
von Albert Schweitzer
Heike Junghanns
Albert Schweitzer ist nicht
nur aufgrund seiner aussagekräftigen Formulierungen ein
Vorbild für mich. Ausschlaggebend war die Person an sich,
seine Einstellung zum Leben, dessen ungebremster Optimismus und
die Leidenschaft zur Musik. Weiterhin finde ich es bemerkenswert,
dass er sich über alle die Jahre selbst treu geblieben ist,
eine sehr schwierige Aufgabe, wie ich finde. Die Ehrlichkeit
Schweitzers ist ein weiteres Kriterium, um einen Vorbildstatus zu
erreichen. Den meisten ist es vorenthalten, was Schweitzer
vergönnt war: Aufrichtigkeit der eigenen Person gegenüber.
Bildung und Erziehung zu
Gewaltlosigkeit im Geiste der Ehrfurcht vor dem Leben
Juliane Pinnecke und
Annemarie Stumpe
Das Thema Gewalt ist gerade
in der heutigen Zeit immer wieder aktuell. Sei es in der Familie,
unter Jugendlichen, in der Schule oder in den Medien, überall
wird man mit diesem Problem unserer Gesellschaft konfrontiert.
Doch kaum jemand hat sich
darüber Gedanken gemacht, welche Ursachen es hierfür
gibt und warum es die Menschen nicht schaffen, Konflikte
gewaltfrei und friedvoll zu lösen. Ist es wirklich schon so
weit, dass die Gesellschaft ethische und humanistische Werte
verloren hat, oder gibt es noch Hoffnung, dass die Menschen eines
Tages konfliktfrei und friedfertig miteinander leben können?
Dabei ist die Sehnsucht nach
Frieden im Menschen fest verankert, auch wenn die Vergangenheit
Unfrieden und Krieg bis hin zur Gegenwart aufzeigt. Aber es gab
auch Persönlichkeiten, die uns Mittel und Wege einer
friedlichen Gesellschaft angegeben haben: Die so genannten
„Denker des Friedens“ Mahatma Gandhi, Martin Luther
King und Albert Schweitzer.
Die einzig notwendige
Konsequenz, die Ablehnung gegenüber der Gewalt auszudrücken,
ist die Ehrfurcht vor dem Leben, die uns Möglichkeiten zur
Überwindung eines derartigen gesellschaftlichen Problems
bieten kann.
Rassismus
bedeutet Menschenverachtung –
Schüler gegen
Ausgrenzung und Gewalt
Frank Röseler, Kevin
Eckstein, Juliane Pinnecke und Annemarie Stumpe
Gegen den Rassismus hilft am
besten eine Gesinnung, die durch die Ehrfurcht vor dem Leben
gekennzeichnet ist. In seinem „Wort an die Menschen“
ruft Albert Schweitzer die Menschheit zur Ethik der Ehrfurcht vor
dem Leben auf. „Diese Ethik macht keinen Unterschied
zwischen wertvollerem, höherem und niederem Leben. Sie lehnt
eine solche Unterscheidung ab.“ Die Konsequenz dieser
Unterscheidung wäre dann die Ansicht, dass es wertloses
Leben gäbe, dessen Vernichtung oder Beeinträchtigung
erlaubt sei.
Tierschutz ist
auch Erziehung zur Menschlichkeit
Franziska Kalytta
Wir alle sind Geschöpfe
dieser Erde. Wir Menschen unterscheiden uns von Tieren also nur
durch unseren Verstand. Doch damit verbindet sich auch eine
enorme Verantwortung gegenüber allen Lebewesen auf dieser
Erde, der wir momentan nur höchst unzureichend gerecht
werden, da wir unsere Umwelt durch unser Profitdenken stark
ausbeuten und ihr Schaden zufügen.
Unsere Bewertung von
Geschöpfen ist subjektiv und hebt uns auf einen hohen
Sockel. In unserem Denken herrscht zu oft ein weit verbreiteter
Tier-Rassismus. Wir bewerten Tiere unterschiedlich, stellen
Landtiere über Meerestiere … und halten uns darüber
hinaus für überlegen. Das Christentum setzt das
menschliche Leid nicht dem tierischen gleich, weshalb auch das
menschliche Leben über das der Tiere gesetzt wird.
Das Leben ist das, was uns
alle verbindet. Deshalb ist das Leben auch so wertvoll. Wenn wir
also anderen Menschen helfen wollen und auch auf Hilfe uns
gegenüber hoffen, dann verdienen Tiere und Pflanzen das
gleiche Recht. Wie wertvoll das Leben ist, hat auch Schweitzer
erkannt: „Alles Leben ist heilig, alles Leben ist wert.“
Auf den Tierschutz bezogen
hat der Mensch viel falsch gemacht und tut dies auch heute noch.
Doch endlich gibt es auch Menschen, die sich dessen bewusst
werden und dagegen ankämpfen. In meinen Augen äußert
sich so die wahre Menschlichkeit.
Bildungszentrum für
Gesundheits- und Krankenpflege „Albert Schweitzer“ der
Kreisklinik Aschersleben-Staßfurt
Die Ehrfurcht vor
dem Menschenleben beginnt mit der
Achtung vor dem eigenen Dasein
Anja Kairies
Im Laufe meines Berufslebens
bin ich immer wieder an Grenzen gestoßen, die mir Angst
machen und über die ich viel nachgedacht habe. Was ist, wenn
alle Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind und nichts
mehr für den Menschen getan werden kann? Wie wird es sein,
sich mit dem Tod auseinander setzen zu müssen?
Ich stehe dem Tod sehr
respektvoll gegenüber und ich kann bis heute dem
Verstorbenen nicht den Rücken kehren. Immer verlasse ich das
Zimmer im Rückwärtsgang.
Die Freiheit und die
Menschlichkeit, so wie sie Albert Schweitzer für jeden
Menschen anstrebte, sollte in jeder Lebenslage ernst genommen
werden. Ehrfurcht vor dem Leben bedeutet auch, dass man Achtung
vor dem letzten Willen des sterbenden Menschen hat.
Wenn es um Trost geht beim
Verlust eines lieben Menschen sollte man sich auch an folgendes
Wort von Albert Schweitzer erinnern:
„Wenn ihr es schon
einmal bedacht habt, wie schwer wir am Leben tragen würden
ohne die Gewissheit, dass ihm ein Ziel gesetzt ist, dass der Tod
für alle, auch die Glücklichen, nicht der Feind,
sondern Erlösung ist.“
Ehrfurcht vor dem
Leben birgt die gleichen Kräfte in sich wie die Liebe
Jana Strohmeier
Letzten Endes ist es leider
eine Tatsache, dass sich viele Angehörige aus der
Verantwortung ziehen, sobald sich ihre „Lieben“ in
einer Pflegeeinrichtung oder im Krankenhaus befinden. Pflegende
können dieses Defizit, die fehlende Zuneigung, nicht
ersetzen. Jeder, der in der Pflege arbeitet, hat schon einmal
ähnliche Situationen erlebt. Das Pflegepersonal kann zwar
„nur“ seine Arbeit verrichten, ich halte es aber auch
für wichtig, auf die persönlichen Bedürfnisse des
Patienten einzugehen. Dazu gehört für mich eben auch
das Gespräch mit dem Patienten. Man kann einmal über
die Familie, über Freunde oder auch über Probleme
sprechen, selbst wenn es nach der Dienstzeit ist.
Ehrfurcht vor dem kranken
Menschen schließt Nächstenliebe ein. Albert Schweitzer
war dafür Beispiel und Vorbild zugleich.
Durch die
Ehrfurcht vor dem Leben gibt der Mensch seinem Dasein einen Wert
Heike Richter
Gerade in der heutigen Zeit,
in der Oberflächlichkeit, Egoismus und Profitgier immer mehr
an Bedeutung gewinnen, ist es wichtig, zu erkennen, was dem Leben
seinen Wert gibt. Viel zu selten denkt der Mensch heute darüber
nach. Er lebt in den Tag hinein, ohne zu wissen, was sein Dasein
ausmacht.
Betrachtet man den Kreislauf
des menschlichen Lebens, dann ist schnell zu erkennen, wie nah
die „Ehrfurcht vor dem Leben“ und die Arbeit im
medizinischen Bereich zusammenhängen.
Sicherlich werden wir oft
scheitern. Doch wir werden immer wieder Kraft darauf verwenden,
Ehrfurcht vor dem Leben zu haben.
Um in Ehrfurcht vor dem
Leben handeln zu können, ist für mich die Bejahung des
Lebens die erste Voraussetzung. Nur wer sein Leben und das Leben
um sich herum bejaht, also nicht vor scheinbarer Sinnlosigkeit
resigniert oder ob der augenscheinlichen Probleme beginnt, die
Menschen und die Welt zu verabscheuen, kann wirklich Ehrfurcht
vor dem Leben empfinden. Lebensbejahung und Ethik müssen
miteinander verwoben sein und aufeinander aufbauen.
Ich sehe, dass es
Krankheiten und Tod gibt. Ich sehe Katastrophen und Zerstörungen.
Ich sehe Verbrechen an Menschen, an unserer Umwelt. Ich erkenne,
dass nicht alle Menschen Ehrfurcht vor dem Leben haben, ihm mit
Respekt begegnen.
Doch ich sehe auch schöne
Dinge. Ich kann mich an einer Wiese voll Gänseblümchen
erfreuen, an einer Herde Kühe, an singenden Vögeln. Ich
liebe die Menschen, die mein Leben begleiten. Ich freue mich
darüber, mit ihnen zu reden, manchmal auch zu streiten. Was
wäre mein Leben ohne das ihre?
Ich kann die Welt nicht
verändern, leider. Doch ich kann dem Leben, dem ich begegne
– ob Pflanzen, Tiere oder Menschen – mit Respekt
gegenüber stehen.
Denkwürdige Sätze
Sie hatte einen Fehler
gemacht. Ich zeigte ihr, wo er war.
Lina Al Gori
Ich fand es sehr mutig
von Ihnen, dass Sie nach Afrika gegangen sind und gegen die
Atomversuche gestreikt haben.
Niklas Bormann
Als Arzt immer für
Menschen und Tiere da zu sein, finde ich großartig.
Maria-Therese Foerster
Ich bin genau wie Sie
gegen Tierversuche. Und gegen den Krieg.
Tom Gräbe
Sie sind einer der
ehrwürdigsten Menschen der Welt.
Moritz Klaus
Deshalb schreibe ich
Ihnen heute, weil ich wie Sie Ehrfurcht vor dem Leben habe.
Julian Knakowski
Ich bin gegen
Tierversuche, weil es nicht schön ist, wenn Tiere gequält
werden.
Nikolas Kretschmann
Auch ich werde versuchen,
vielen Menschen zu helfen. Hoffentlich wird es mir gelingen.
Antonia Litzenberg
Es war auch gut, dass Sie
nicht nur Menschen, sondern auch verletzten Tieren geholfen
haben.
Laura Mönnich
Schweitzers Leben bestand
aus Helfen.
Lina Schütze
Ich möchte, dass
aller Krieg aufhört und die Menschen friedlich
zusammenleben.
Stephani Eisbein
Kann man sein Leben
wirklich ändern oder ist es manchmal nur Schein?
Sabrina Saalfeld
Ich bewundere ihn, weil
er vielen Menschen den Sinn des Lebens wiedergab.
Jessica Bathe
Ich bewundere auch sehr,
wie er dies alles aus eigener Kraft aufbauen konnte und es so
lange durchgezogen hat.
Markus Fichtner
Er war selbstlos und
setzte sich für Gerechtigkeit ein.
Philipp Preuschoff
Seine Einstellung zum
Leben, dessen ungebremster Optimismus und die Leidenschaft zur
Musik.
Heike Junghanns
Die einzig notwendige
Konsequenz, die Ablehnung gegenüber der Gewalt auszudrücken,
ist die Ehrfurcht vor dem Leben.
Juliane Pinnecke und
Annemarie Stumpe
Gegen Rassismus hilft am
besten eine Gesinnung, die durch die Ehrfurcht vor dem Leben
gekennzeichnet ist.
Frank Röseler, Kevin
Eckstein, Juliane Pinnecke
und Annemarie Stumpe
Das Leben ist das, was
uns alle verbindet. Deshalb ist das Leben auch so wertvoll.
Franziska Kalytta
Die Freiheit und die
Menschlichkeit, so wie sie Albert Schweitzer für jeden
Menschen anstrebte, sollte in jeder Lebenslage ernst genommen
werden.
Anja Kairies
Ehrfurcht vor dem kranken
Menschen schließt Nächstenliebe ein. Albert Schweitzer
war dafür Beispiel und Vorbild zugleich.
Jana Strohmeier
Um in Ehrfurcht vor dem
Leben handeln zu können, ist für mich die Bejahung des
Lebens die erste Voraussetzung.
Heike Richter |