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Beiträge von Eberhart Wissel, Dresden

Veranstaltungskalender

Mahnung zum Frieden

Mit über 75 Jahren kann der profilierte Grafiker Professor Armin Münch aus Rostock die Atombomben auf die Menschen in Japan nicht vergessen. 1959 entstand sein grafischer Zyklus „ Pikadon“ . Die Kreidezeichnungen inspirierten ihn auch zu einem Porträt von Albert Schweitzer. Jetzt schenkte er eine „ Nachkonstruktion“ dem Komitee in Weimar mit dem Schweitzer- Zitat: „ Ich glaube an die Zukunft der Menschheit“ . Noch heute tragen die Strahlenopfer von 1945 sichtbare Zeichen der Atomverbrechen. „ Hibakusha“ heißen die einst 400 000 Geschädigten, die das Inferno überlebten. Der ehemalige Dresdner Künstler Armin Münch, Meisterschüler an der Akademie der Künste bei Hans Theo Richter, schuf verschiedene Zyklen in unterschiedlichster Technik. Nach dem 131. Schweitzer- Geburtstag taucht die Angst vor der Atombombe wieder auf. Frankreich erklärt den Terroristen den Krieg, beansprucht gleichzeitig den Friedensnobelpreisträger Schweitzer für sich, wie das Internet zeigt. Wenigstens Europa sollte eine Gegenwart ohne Kriege als Beispiel für andere vorleben. „ Das Christentum, das sich selber treu bleiben will, kann nicht anders, als die Atomwaffen, weil wider den Geist Jesu, zu verurteilen, und zu bekämpfen“, schrieb Albert Schweitzer. Die patriotische Pflicht des Tötens muss abgelöst werden durch das menschliche Sehnen nach Leben- ohne Armut und Hunger. Schon ohne Krieg werden allein aus dem Rüstungswahnsinn und Raubbau die Erde zerstört und Leben vernichtet. „ Nur das Wunder, daß der Geist des Friedens in den Menschen wach wird, kann sie vor dem Zugrundegehen bewahren“, ist eine der Lebensweisheiten Schweitzers mit unveränderter Gültigkeit.

Gemeinsamkeit



Zum 260. Geburtstag des Schweitzer-Vorbildes, Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe, am 28. 8. 2009 ist ein Blick auf die Gemeinsamkeit angezeigt, öffnete Europa erneut am 21. 12. 2007 seine Grenzen und schaffte neue Gemeinsamkeiten. „ Die Zeit ist vorüber, wo man abenteuerlich in die weite Welt rannte; durch die Bemühungen wissenschaftlicher, weislich beschreibender, künstlerisch nachbildender Weltumreiser sind wir überall bekannt genug, daß wir ungefähr wissen, was zu erwarten sei. „- so Goethes Worte im Alter von 72 Jahren.

Als Schweitzer 56 Jahre war, schrieb er: „ Nun war ich plötzlich in einem anderen Lande. Ich gab mich mit Wahrheiten ab, die aus Wirklichkeiten bestanden, und befand mich unter Menschen, denen es selbstverständlich war, daß sie jede Behauptung durch Tatsachen zu erweisen hatten.“

Die Wege nach Tschechien, die schon Goethe und Schweitzer bereisten, sind wieder frei passierbar. So gibt es heute viele Möglichkeiten, gemeinsam das Menschentum zu verbreiten und eine gemeinsame Sprache der Herzlichkeit und Dankbarkeit zu finden. Das neue Europa kann überall ein „ Lambarene „ errichten, denn es ist ein Symbol des Denkens. Bei 14 Reisen zwischen Europa und Afrika entwickelte Albert Schweitzer einen Idealismus der Tat, der auch aus den Worten Goethes genährt wurde. Heute stärken uns Schweitzers Worte, die in Zeiten der Resignation Hoffnung und Zuversicht verbreitete:

„ Wahre Resignation ist nicht ein Müdewerden von der Welt, sondern der stille Triumph, den der Wille zum Leben in schwerster Not über die Lebensumstände feiert“ .

„ Das Höchste, was wir von Gott und der Natur erhalten haben, ist das Leben „ , schreibt Goethe. Schlagen wir wieder einmal bei ihm nach, um seine Worte bei Schweitzer wiederzufinden. . .oder besuchen die Stadt Weimar, wo beide vereint sind in der Pflege einer humanistischen Tradition. Das Musäushaus mit der Schweitzer-Begegnungsstätte darin an der Brücke über die Ilm in der Schlossnähe erwartet gerne auch Gäste zur Nacht. In seinem Nachwort zu einer Neuerscheinung von 2005 aus dem Hirzel- Verlag Stuttgart „ Leben inmitten von Leben“ schrieb der DHV- Vorsitzende von 2006, Dr. phil. Karsten Weber: „ Weimar und Frankfurt am Main konkurrieren nicht nur um Johann Wolfgang von Goethe. Albert Schweitzer hat an beiden Orten eine institutionelle Heimat gefunden mit Exponaten, Bibliothek, Veranstaltungen“ . Vielleicht lässt sich auch in der Vereinsarbeit die Gemeinsamkeit finden, die von den Mitgliedern in Deutschland gewünscht wird. Der neue DHV- Vorsitzende, Dr. med. Einhard Weber, zeigt für dieser Zukunftsvision Aufgeschlossenheit.



Mahnung zum Frieden



Mit über 75 Jahren kann der profilierte Grafiker Professor Armin Münch aus Rostock die Atombomben auf die Menschen in Japan nicht vergessen. 1959 entstand sein grafischer Zyklus „ Pikadon“ . Die Kreidezeichnungen inspirierten ihn auch zu einem Porträt von Albert Schweitzer. Jetzt schenkte er eine „ Nachkonstruktion“ dem Komitee in Weimar mit dem Schweitzer- Zitat: „ Ich glaube an die Zukunft der Menschheit“ . Noch heute tragen die Strahlenopfer von 1945 sichtbare Zeichen der Atomverbrechen. „ Hibakusha“ heißen die einst 400 000 Geschädigten, die das Inferno überlebten. Der ehemalige Dresdner Künstler Armin Münch, Meisterschüler an der Akademie der Künste bei Hans Theo Richter, schuf verschiedene Zyklen in unterschiedlichster Technik. Nach dem 131. Schweitzer- Geburtstag taucht die Angst vor der Atombombe wieder auf. Frankreich erklärt den Terroristen den Krieg, beansprucht gleichzeitig den Friedensnobelpreisträger Schweitzer für sich, wie das Internet zeigt. Wenigstens Europa sollte eine Gegenwart ohne Kriege als Beispiel für andere vorleben. „ Das Christentum, das sich selber treu bleiben will, kann nicht anders, als die Atomwaffen, weil wider den Geist Jesu, zu verurteilen, und zu bekämpfen“, schrieb Albert Schweitzer. Die patriotische Pflicht des Tötens muss abgelöst werden durch das menschliche Sehnen nach Leben- ohne Armut und Hunger. Schon ohne Krieg werden allein aus dem Rüstungswahnsinn und Raubbau die Erde zerstört und Leben vernichtet. „ Nur das Wunder, daß der Geist des Friedens in den Menschen wach wird, kann sie vor dem Zugrundegehen bewahren“, ist eine der Lebensweisheiten Schweitzers mit unveränderter Gültigkeit.






Beitrag zum Treffen in HOLICE am 4. Oktober 2008





Die „ Schweitzerfamilie“ und die Ehrungen in Tschechien



Seit 1981 nehmen deutschen Gäste in HOLICE beim Afrika- Symposium teil. Unvergessen dabei die Begegnungen aus dem Schweitzer- Erbe mit Dr. Radim Kalfus, Dr. Ctibor Votrubec, Dr. Eduard Wondrak, Dr. Artur Jersak, Dr. Ivan Broulik, Dr. Tomas Hoskovec, Dr. Imrich Benicky, Professor Vladimir Sery,

Stanislav Holub oder Milan Friedl. Erst 1989 zählte Dr. Valeria Bebicka zu den Vortragenden. Dabei ist die Rolle der Frauen in der Geschichte wichtig, wie auch der Bericht zu Frau Ruzena Holubova 2007 von Herrn Professor Armand Duchateau zeigte, der als Wiener Gast seit 1981 dabei ist. Pioniere der Afrika- Symposien wie Magister Pavel Hladik, Dr. Vincenc Streit, Professor Josef Kandert, die wir 2007 wieder hier sahen und hörten, sind seit den 70er Jahren bekannte Vortragende. Mein erster Vortrag war 1983. Helene Schweitzer teilte auch das Schicksal ihres Ehemannes in der Zeit der Männerpersönlichkeiten. Ihre Lebensdaten * 25.1.1879 Berlin +1.6.1957 Zürich sind nahe an denen von Ruzena Holubova, die wie Helene Schweitzer- Bresslau ihren 50. Todestag in aller Stille hatte. Ich konnte jetzt am 4. 9. an den 130. Geburtstag der Gattin Schweitzers erinnern, die seit 1912 an der Seite ihres Mannes auch ein Leben in Afrika teilte. Albert Schweitzer nannte seine Frau die treueste Kameradin, ohne die niemals etwas aus seinen Plänen geworden wäre.

Doch nur zwei Bücher würdigten jahrelang das Leben dieser wunderbaren Helferin.

Verena Mühlstein schrieb: „ Ein Leben für Lambarene“ und Marianne Fleischhack

„ Helene Schweitzer“.

Mutig wie Ruzena Holubova reiste Helene Schweitzer auch als „ Hochzeitsreise“

mit dem schon berühmten Albert Schweitzer 1913 in die französische Kolonie

am Äquator, um im Geiste Jesu zu dienen und den schwarzen Menschen zu helfen.

Als Deutsche dauerte der gemeinsame freie Einsatz bei Lambarene auf der Station

der Pariser evangelischen Mission Andende nur ein Jahr. Der erste Weltkrieg machte

das Ehepaar aus dem Elsaß zu Gefangenen. 1917 wurden beide krank in Europa

interniert. 1918 lag ihr Heimatort Günsbach nun in Frankreich. Albert Schweitzer

ging Ostern 1924 wieder nach Afrika, ohne die Mutter seiner 5 jährigen Tochter

Rhena. Helene Schweitzer war so fest mit den Worten und Taten ihres Mannes verbunden, dass sie trotz ihrer TBC- Erkrankung erneut und wiederholt in die Kolonie nach Afrika reiste, um das eigene Spital ihres Mannes zu sehen und nach Kräften zu helfen. In Europa begleitete sie ihn seit 1920 auf den Reisen. Bei dem Besuch 1923 in der Tschechoslowakei war sie aber nicht dabei. 1923 zieht das Ehepaar nach Deutschland um. Königsfeld wird das neue zu Hause für Mutter Helene und ihre Tochter, die auch am 14. Januar Geburtstag hat wie der Vater, der mehr in Frankreich und Afrika steckt als bei der Familie. Diese fehlende Gemeinsamkeit belastet Helene, obwohl auch sie für die Hilfe für Lambarene lebt

und 1926 einen Kurs für Tropenmedizin in Tübingen besucht. Die gemeinsame Reise nach Prag 1928, wo Schweitzer die Ehrendoktorwürde der Karlsuniversität

verliehen bekommt und beide von Präsident Tomas Masaryk, der auch hier in Holice

ein Denkmal hat, empfangen werden, schwächte Helene wieder sehr. Nach einer

Gewaltkur gelingt ihr doch 1929 eine gemeinsame Schiffsreise mit ihrem Mann

nach Lambarene, um sein Krankendorf in Adolinanongo zu erleben. Beide werden

bei der nächtlichen Ankunft am 2. Weihnachtsfeiertag herzlich begrüßt: „ Nun haben wir wieder einen Vater und eine Mutter“, sagten die Eingeborenen. Am 20. April 1930 muss Helene ihren 2. Afrika- Besuch beenden. Am 1. Juli wird sie in Kassel in die Klinik aufgenommen und sie fühlt sich als unnützes Möbel. Im Frühjahr 1932 ziehen Schweitzers zurück nach Frankreich, wo Albert in Günsbach sein Haus erbauen ließ, das heute Museum und Archiv ist und Rhena bei den Aufenthalten in Europa als Wohnung diente. 1937 ist die 18 jährige mit ihrer Mutter in Amerika. Ende April 1938 reist Helene über Frankreich nach Afrika, um mit ihrem Mann die Silberhochzeit zu feiern. Sie fühlt sich wieder zu Hause und genesend. Im September reist sie über Europa zu ihrer Tochter nach Amerika zurück und will dort einen Freundeskreis „ Schweitzer fellowship“ gründen. Im Frühjahr 1939 starten Mutter und Tochter über Europa nach Afrika, wo Rhena das Spital ihres Vaters endlich kennen lernt. Der 27. Hochzeitstag in familiärer Gemeinsamkeit ist eine große Erfüllung für die Schweitzers. Anfang Juli reisen die Frauen nach Europa

zurück und Rhena heiratet in Paris, wo am 8. Juni 1940 Monique geboren wird, die

heute in der Schweiz lebt. Als Jüdin muss Helene Frankreich verlassen und erreicht

über eine abenteuerliche Reise 1941 Lambarene, während Rhena einen Sohn bekommt und bald eine zweite Tochter, die heute berühmte Pianistin Christiane

Engel, die 1992 in Prag ihr Mozart- Konzerte gab. Im September 1946 kehrt Helene nach Königsfeld zurück und lernt auch das 3. Mädchen ihrer Tochter, Catherine, kennen. In dem kriegsverwüsteten Europa fühlt sich Helene nicht wohl und reist im Mai 1947 per Flugzeug nach Lambarene zurück. Die Krankheit zwingt sie im September nach Europa zurück, wohin ihr auch Albert im Oktober 1948 folgt, um seine 4 Enkelkinder in der Schweiz zu taufen. Als beide im Juni 1949 nach Amerika per Schiff kommen, erfahren Albert und auch Helene euphorische Anerkennung. Im August fahren sie nach Europa zurück, um gemeinsam erneut Ende Oktober nach Lambarene zu fahren- ihr wahres zu Hause. Wieder muss Helene im Juli 1950 geschwächt Afrika mit dem Schiff verlassen. Königsfeld ist ihre Unterkunft in Deutschland. Als Großmutter hat sie da viel Freude und Erfüllung, wenn die 4 Enkelkinder zu Besuch sind. Auch Günsbach in Frankreich ist Heim- und Arbeitsstätte für die französischen Staatsbürger. 1954 sind sie gemeinsam in Norwegen, wo Schweitzer den Friedensnobelpreis erhält. Oslo ehrte beide mit einem riesigen Fackelzug von 30 Tausend Menschen. 1955 feiert das Ehepaar in Afrika seine Geburtstage und kehrt im Sommer gemeinsam nach Europa zurück. Doch schon im Dezember reist Albert per Schiff wieder nach Afrika und Helene folgt ihm in Januar 1956 per Flugzeug, um an der Seite ihres Mannes zu sein. Sie bestärkte auch sein Friedensengagement, das am 23. April 1957 mit dem ersten „ Appell an die Menschheit“ über Radio Oslo ein Höhepunkt war, den sie zusammen im Urwald anhörten. Am 22. Mai verabschiedete Schweitzer seine treueste Kameradin auf dem Flugplatz von Lambarene. In Zürich erlag sie am 1. Juni mit 78 Jahren ihrem Leiden. Die fortschrittliche Menschheit hat sie nicht vergessen. Ihre Urne ruht in dem kleinen Gräberfeld neben dem Wohnhaus des Urwalddoktors in Afrika. 1993 beim 10. Afrika- Treffen mit dem 7. Schweitzer- Symposium war die Tochter Rhena Gast bei den tschechischen Schweitzerfreunden. Vor ihrem 90. Geburtstag wird in HOLICE die Familientradition für die Ehrfurcht vor allem Leben „ Úcta k zivotu“ geehrt mit einem Vortrag und Lichtbildern zu Helene Schweitzer durch den Verein aus Weimar mit den Freunden aus Dresden.






Höhepunkte und Ereignisse

Der bekannte Schweitzerfreund, Professor Henryk Gaertner, bereitete sich zu seinem 85. Geburtstag in Krakow selbst ein Geschenk: Die Herausgabe seines Buches „ Albert Schweitzer- Leben, Gedanken und Werk“. ( ISBN 978-83-7318-815-0 ) Auf 180 Seiten bringt er für die polnischen Schweitzer- Verehrer interessante Überblicke zu Schweitzers Stammbaum und Biographie und seine Vorbildwirkung für unsere Zeit. Besonders ausführlich wird die über 30 jährige Arbeit der Polnischen Albert- Schweitzer- Gesellschaft, die der Autor begründete und als Präsident leitet, beschrieben. Die Zusammenfassung ist in deutsch, englisch und französisch. Im März 2007 beteiligte sich die Polnische Albert-Schweitzer-Wissenschaftsgesellschaft als Mitveranstalter der Konferenz „ Vorlage der medizinischen Ethik bezogen auf Albert Schweitzers Leben und seine wissenschaftlichen Errungenschaften“ an der Medizinischen Karol Marcinkowski Universität in Poznan/Posen, wo auch die studentische Jugend mit einem Vortrag ihr Interesse für Schweitzer zeigte, auch wenn noch in den Studienplänen der Humanist fehlt. Im Oktober war die Schweitzer- Vereinigung Mitveranstalter des 17. Europäischen Symposiums für Somatotherapie und Psychosomatikausbildung an der Universität in Krakow/ Krakau, dem Wirkungsort von Professor Henryk Gaertner .



Vom Weimar- Besucher zum Lambarene- Besucher

Schon 2005 besuchten Günter und Angelika Röser aus Leipzig die Gedenkstätte für Albert Schweitzer am Kegelplatz und wurden von den Dia- Vorträgen zu Lambarene „ angesteckt“. Auch Frau Sabine Harms aus Bad Hersfeld und Annemarie Walter aus St. Egidien holten sich in Weimar Informationen für ihre Äquator- Reise. Rainer Kurzweil aus Tröbigau besuchte einen Dia- Vortrag über das Schweitzer- Spital, sammelte am Goethe- Gymnasium in Bischofswerda Brillen und Geldspenden und reiste an den Ogowe. Frank und Christina Edelmann aus Buchholz besuchten nach ihrem Spital- Aufenthalt mit dem ständigen Reiseleiter Dr. Roland Wolf die Schweitzer- Begegnungsstätte in Weimar und schenkten einen Film über die Reise in das Krankendorf von Lambarene, wohin sie umfangreiche Spendenaktionen organisierten. Auch bei der Reise 2007 waren Geschenke aus dem Norden dabei. 2008 übernahm wiederholt Annemarie Walter sogar die Urlaubsvertretungen in der Schweitzer- Gedenkstätte, so dass auch am Wochenende Gäste die Ausstellung und ihren aktuellen Vortrag über „ Lambarene im 80. Gründungsjahr“ besuchen konnten. Gemeinsam halten Lambarenebesucher das Kleinod für den großen Humanisten offen: Dr. Reichardt aus Radeburg, Magdalena Meierjohann aus Schlangen und Eberhart Wissel aus Dresden. Dieser Einsatz für das Schweitzer- Erbe aus dem persönlichen Erlebnis von Afrika für den Schweitzer- Verein in Weimar vor dem 40. Geburtstag des ersten Schweitzer- Denkmals überhaupt stärkt die Wichtigkeit der Information zu dem besonderen ethischen Nachlass.





Albert und Albert

Am 14. 3. 2009 ist der 130. Geburtstag von Albert Einstein. Die Schweitzerfreunde erinnern sich auch dieses Alberts. Schließlich verehrten sich Schweitzer und Einstein gegenseitig und unterstützten sich in dem Friedensbemühen für die Menschheit. „ Einstein und ich haben ähnliches getan. Wir haben beide etwas Erdenfremdes, etwas anderes als die Welt, hinzugefügt, um Energien hier auf der Erde zu befreien- er physische Kräfte und ich ethische“ , schrieb Schweitzer. ( siehe Rundbrief 41, Seite 19 ) . Einstein schrieb: „ Es scheint mir, daß das Werk in Lambarene zu einem bedeutsamen Teil Flucht vor unserer moralisch versteinerten und seelenlosen Kulturtradition gewesen ist- ein Übel, demgegenüber der einzelne machtlos ist .“ ( Rundbrief 29, Seite 5 ) Die Gemeinsamkeit in einer Friedenspetition mit 9235 Wissenschaftlern aller Nationen zeigte, wie viel Macht dennoch aus der Urwaldabgeschiedenheit wachsen konnte.

Krieg und Frieden

Vor 50 Jahren im August 1959 begann der letzte Aufenthalt von Albert Schweitzer in Europa. Der französische Friedensnobelpreisträger von 1952 appellierte an die Vernunft der Menschheit von heute. Im 6. Jahrhundert vor Christi Geburt fand schon der chinesische Philosoph Lao-Tse die Weisheit der Friedensstiftung: „ Wer im Kampf gesiegt, soll weilen wie bei einer Trauerfeier.“ Unsere Erfahrungen im 3. Jahrtausend haben aber auf die Weisheiten der Geschichte verzichtet. Statt Diplomatie wir immer noch gebombt. Dabei sind die Zivilisten mehr geschädigt als das Militär. Durch Abwählen des Unterrichtsfaches Geschichte werden Wissensquellen aufgegeben. Schweitzer sah auch die Gefahr des ( Ver-) Schweigens: „ Die Meinungslosigkeit der Presse ist schuld daran, daß in unserer Zeit die gediegene öffentliche Meinung, deren wir in besonderer Weise bedürften, nicht zur Ausbildung gekommen ist, was ein tragisches geschichtliches Ereignis ist. Wird in den Nöten unserer Zeit die Presse sich aufraffen, zu werden, was sie ihrem Wesen und ihrer Bestimmung nach sein soll ?“ Die Missionsstation in Andende, wo das Ehepaar Schweitzer seine Hilfe für Afrika begann, wurde vor über 130 Jahren durch den amerikanischen Missionar und Arzt Dr. Nassau gegründet. Vor 60 Jahren bereitete sich Schweitzer auf seine Reise nach Amerika vor. 2002 starteten die Amerikaner ein friedliches Projekt in Gabun: 13 Nationalparks sollen die Naturwunder und größten Primärwälder Afrikas schützen. Als Gen- Pool einer riesigen Artenvielfalt soll mit ausländischer Hilfe Schweitzers Lebensethik nicht nur Symbol bleiben, sondern eine Vorbildfunktion erfüllen in dem Land, wo er Lambarene zum Synonym der Menschlichkeit machte. Am 25. 1. 2009 gedenken wir des 130. Geburtstages seiner „ treuesten Kameradin“ Helene, die ihre letzte Ruhestätte an dem bedeutenden Wirkungsort fand.



Schweitzer in Dresden

Dresden erhielt zum 800- Jahr- Jubiläum ein besonderes „ Geschenk“ Schweitzers: Orgelbaumeister Daniel Kern aus Straßburg besitzt seit der Renovierung 1993 in Günsbach 8 große Pfeifen aus dem Musterbeispiel einer Dorforgel, die nach der Dresdner Orgelweihe vom Oktober 2005 in der Frauenkirche ertönen. Schweitzer hatte nach seinen Angaben 1931 in seinem Heimatort eine Orgel bauen lassen und spielte bei jedem Besuch zu Hause in der Simultankirche seine „Königin der Instrumente“ . Die Firma Kern besorgte 1961 nach Plänen Schweitzers den Neubau der Orgel. Alfred Kern schuf das Werk und sein Sohn Daniel brachte die Erinnerung an den Urwalddoktor vom Elsass nach Sachsen. Für den Dresdner Freundeskreis von Albert Schweitzer, der bereits 50 Jahre das Erbe des Humanisten pflegt, ist es eine besondere Symbolik, nun eine direkte Beziehung zu Schweitzer gerade im Wahrzeichen des Friedenssymbols von Dresden zu haben. Der Wiederaufbau des steinernen Denkmals sollte auch eine Renaissance der lebendigen Ethik Schweitzers befördern in der Öffentlichkeit. Kaum Beachtung fand der Besuch des Staatspräsidenten von Gabun in Dresden 2005, als das Jubiläumsjahr aus Geburts- und Todestag war von Albert Schweitzer. Wir selbst müssen aktiv werden und von den guten Taten berichten, damit nicht die Untaten die Medien beherrschen






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