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Albert-Schweitzer- Komitee e.V., Weimar

Ein kurzer geschichtlicher Überblick -

Kurt Heimann / Dr. Horst-Peter Reichardt

Das Albert–Schweitzer–Komitee e. V. (ASK) ist aus dem Albert-Schweitzer-Komitee beim DRK der DDR hervorgegangen.

Die Neugründung des Komitees als eingetragener Verein erfolgte am 25. 10. 1990. Gleichzeitig wurde der Sitz des Vereins von Dresden nach Weimar in die seit dem 14. 04. 1984 bestehende Albert-Schweitzer– Gedenk- und Begegnungsstätte verlegt. Diese befindet sich am Kegelplatz im ehemaligen Musäushaus, gegenüber dem Weimarer Schloss. Auf dem Kegelplatz steht das erste Albert-Schweitzer-Denkmal der Welt, geschaffen vom Bildhauer Gerhard Geyer aus Halle. Es wurde am 01.10.1968 aufgestellt und der Stadt Weimar übergeben.

Die Beschäftigung mit Leben und Werk Albert Schweitzers begann aber bereits einige Jahre früher in der Oberlausitz unter der Federführung von Karl Sensenschmidt. Ein Dankschreiben Albert Schweitzers vom 18. 08. 1958 aus Lambarene gilt als "Geburtsurkunde" des Oberlausitzer Albert-Schweitzer-Freundeskreises. Der Dresdner Freundeskreis formierte sich nach einem ersten Vortrag am 20.08.1959 im Jahre 1961 in Dresden.

Um die sich in der DDR weiter entwickelnden Aktivitäten im Sinne Albert Schweitzers zu bündeln, wurde das Albert-Schweitzer-Komitee mit Anbindung an das Deutsche Rote Kreuz der DDR, Sitz Dresden, am 28.01.1963 in Berlin gegründet.

Nach dem Oberlausitzer und dem Dresdner Freundeskreis sind in den folgenden Jahren weitere hinzugekommen: in Cottbus (Niederlausitzer Freundeskreis), Aschersleben, Halle/Saale, sowie zeitweilig in Jena, Weimar und Schwerin.

Zahlreiche Schulen, soziale und medizinische Einrichtungen, Kinderkrippen- u. gärten, Alten- und Pflegeheime tragen den Namen Albert Schweitzers. In der DDR trugen außerdem viele Arbeitskollektive in den Betrieben und Einrichtungen den Ehrennamen "Albert Schweitzer".

Die Unterstützung des Werkes Albert Schweitzers bestand und besteht weiterhin nicht nur in verbalen Äußerungen. Umfangreich waren auch die Hilfssendungen materieller Art nach Lambarene. Dabei handelte es sich aus währungstechnischen Gründen ausschließlich um Sachspenden von medizinischer Ausrüstung über andere Bedarfsartikel und Stoffe bis zu kleinen Geschenken, wie Spielsachen oder Dresdner Christstollen. Besonders dankbar war Schweitzer auch für die stabilen Kisten der Verpackung, die er im Spital weiterverwenden konnte. Bereits 1970 erreichte die 20. Hilfssendung das Hospital in Lambarene; 1990 wurde die 49. Hilfssendung über das DRK der DDR abgeschickt. Der Gesamtwert lag über 1 Mio. DDR-Mark. Nennenswerte finanzielle Hilfe für diese Sendungen stammte aus der Aktion „Brot für die Welt“ der Evangelischen Kirche in der DDR.


Abbildung 1: Albert-Schweitzer nimmt in Lambarene Hilfsgüter in Empfang



Die Arbeit und die Leistungen der Albert-Schweitzer-Freunde zur Zeit der DDR fanden auch international Anerkennung. Am 01. 10. 1978 wurde der damalige Vorsitzende des Albert-Schweitzer-Komitees, OMR Prof. Dr. Werner Ludwig, in das Comité Directeur der Internationalen Albert-Schweitzer-Vereinigung (AISL) gewählt. Gegenwärtig ist der langjährige Vorsitzende des späteren Vereins, OMR Dr. Horst-Peter Reichardt, persönliches Mitglied in der Leitung der AISL. Durch insgesamt elf Mitglieder unseres Vereins wird der enge Kontakt zur AISL ständig gepflegt. Vor allem nach der Wiedervereinigung Deutschlands besteht die Möglichkeit, an den Tagungen der AISL, zumeist im Elsass, teilzunehmen.

Ein Höhepunkt für die Schweitzer-Arbeit in der DDR war das V. Internationale Albert-Schweitzer-Symposium 1980 in Burgscheidungen. Etwa 160 Teilnehmer aus elf Ländern (Ost und West) waren vertreten. Die Mitwirkung am „Liturgischen Tag Albert Schweitzer“ auf dem 27. Evangelischen Kirchentag in Leipzig 1997 war ein weiteres großes Ereignis.

Eine vorrangige Aufgabe war die Verbindung zu unseren östlichen Nachbarn: Polen, Ungarn, Bulgarien, CSSR (jetzt Tschechien und Slowakei) und UdSSR (jetzt Russland und Ukraine). Von Anfang an waren wir an den Albert-Schweitzer-Symposien der CSSR, die seit 1981 aller zwei Jahre bis 1995 in Holice, der Geburtsstadt des Arztes, Humanisten und Afrikareisenden Dr. Emil Holub stattfanden, beteiligt. Im Jahre 2007 wurde diese Tradition fortgesetzt.

Die Darstellung des Lebens und Werkes Albert Schweitzers in vielen Bereichen der Kunst: Malerei, Plastik, Literatur, Graphik, Musik, Philatelie, Meißner Porzellan, ist beeindruckend. Anfang der 70er Jahre erschien eine fünfbändige Ausgabe der Werke Albert Schweitzers unter Federführung des Theologen und Schweitzer-Biographen Dr. Rudolf Grabs mit einem Umfang von ca. 3600 Seiten. Diese, nach Japan weltweit zweite Sammelausgabe, wurde später in Lizenz auch in der Schweiz veröffentlicht.

Schon sehr früh bestand über Privatpersonen und staatliche Stellen Kontakt zu Albert Schweitzer und Lambarene, der bis zu seinem Tode anhielt. Ebenso bestanden z.B. zu Mathilde Kottmann und Ali Silver, bzw. bestehen zu seiner Tochter Rhena Schweitzer-Miller und einigen ehemaligen Mitarbeitern, z. B. Frau Sonja Poteau und Dr. Munz Verbindungen, die bis in die heutige Zeit anhalten. Bereits im Jahre 1967, dann 1971 und 1974 war z. B. Rhena Schweitzer-Miller zu Besuchen in der DDR.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands nahm das Albert-Schweitzer-Komitee e.V. Weimar Kontakt zum Deutschen Hilfsverein für das Albert-Schweitzer-Spital in Lambarene e. V. (DHV) mit Sitz in Frankfurt/M auf.

Das ASK(Albert-Schweitzer-Komitee e.V.) ist um einer enge Zusammenarbeit mit dem Verein in Frankfurt/M bemüht.

Seit 1994 organisiert das ASK aller zwei Jahre Projekttage in Weimar mit einer jeweils speziellen Thematik zur Unterstützung, Verbreitung und Umsetzung des geistigen Werkes Albert Schweitzers in der Gegenwart. Für das Jahr 2000 wurde aus Anlass des 125. Geburtstages und des 35. Todestages Albert Schweitzers vom ASK ein Kalender herausgegeben, wie bereits schon 1990 anlässlich seines 115. Geburtstages bzw. des 25. Todestages.

Seit 1963 erscheint ein Rundbrief- diese Tradition wir auch mit der Gründung des Albert-Schweitzer-Komitees e.V. fortgesetzt- mit Berichten, Informationen und Aktivitäten zu Leben, Arbeit und geistigem Werk Albert Schweitzers und Lambarene. Im Herbst 2008 wird der 75. Rundbrief folgen.



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