1754 wurde das Haus am Rande des historischen Stadtkerns im Winkel des malerischen Kegelplatzes erbaut. Vis a vis des Schloßes, nahe
der Ilm und des Goetheparkes stellt es ein architektonisches Kleinod im Ensemble der historischen Kegelplatzbebauung dar.
Benannt haben die Weimarer das Haus nach seinem berühmtesten Bewohner, dem Märchendichter Johann Carl August Musäus, der das Haus
1770 kaufte und bis zu seinem Tod 1787 mit seiner Familie bewohnte.![]()
![]()
Musäus wurde 1763 von Anna Amalia als Pagenhofmeister an den
Weimarer Hof berufen. Mit dieser Stellung und mit seiner
schriftstellerischen Tätigkeit konnte er seinen bescheidenen
Lebensunterhalt aufbessern. Er blieb jedoch ein Stern zweiter Größe.
Echte Volkstümlichkeit gewann er mit seinen "Volksmärchen der
Deutschen". Aus früheren literarischen Quellen, aber auch aus
mündlichen Überlieferungen hat er Märchen und Sagen gesammelt, die
er dichterisch ausgestaltete und geistreich nacherzählte. Somit gilt
er als Wegbereiter der Gebrüder Grimm.
Die Herzogin Anna Amalia nahm Musäus ob seines geselligen Wesens und
seines dichterischen Talentes in die berühmte "Tafelrunde" im
Wittumspalais auf. In ihrem Liebhabertheater konnte er sein Talent
für komische Rollen zeigen und somit neben Goethe, Herzog Carl
August, Corona Schröter und anderen Zeitgenossen auf der Bühne stehen.
Herder pries in seiner Grabrede für Musäus 1787 dessen Güte des
Herzens und seine Fröhlichkeit.